Becoming cutting edge

Rumstehen | In den Morgenstunden verlangt die Autofahrt nach Garching meinem ohnehin hochdünnen Geduldsfaden fast täglich einiges ab. Die schlechte Laune setzt dabei oft noch vor unserer Haustür ein, wenn das Navi mir statt blauer rote Straßen zeigt und die Reisezeit deutlich näher an den 60 Minuten als an den 30 Minuten kratzt. Während das Phänomen fast jeden Morgen dasselbe ist – insbesondere, wenn es mir mal wieder nicht gelingt vor halb acht auf der Piste zu sein – verändern sich wenigstens die Gründe von Tag zu Tag. Während es gestern einen durchaus heftgen Auffahrunfall gab, von denen ich gerade für meinen Geschmack zu viele wahrnehmen, war es heute die berühmte bauma, die jedes Jahr alle drei Jahre (danke Renate) in Riem, wenn nicht sogar in ganz München den Verkehr nahezu komplett zum erliegen bringt. Alles andere wäre für die größte Messe der Welt auch schlicht unwürdig. Und gerade im Moment wird mir auch klar, was es mit dem Kranenwald auf sich hat, den ich heute früh am Horizont erblickte. Von wegen Großbaustelle! Großschaustelle.

Heiße Ohren | Weil ja niemandem damit gedient ist, wenn ich morgens nicht nur – in meiner Wahrnehmung – viel zu spät ins Büro komme und noch dazu eine Stinklaune habe, greife ich bekanntlich zu exzellentem Hörmaterial, das auf der Fahrt möglichst nachhaltig für Kurzweil sagen soll. Gerade im Moment höre ich „Becoming“ von (und mit) Michelle Obama und ich stelle fest, dass ich mich so sehr viel schneller und bequemer durchs Buch manövriere als mit den zwei bis drei Seiten, die ich abends im Bett lesen kann bevor mir die Augen zufallen. Das mag ich.

Hands on | Da in mir schon immer (gaaaaaanz tieeeeef driiiiiin) eine Handwerkerin schlummerte und ich als Mitarbeiterin außerdem kostenlos zwei Kurse im tollen MakerSpace der UnternehmerTUM machen darf (und sollte, wenn ich die Maschinen nutzen will), habe ich heute einen Lasercutter-Kurs für Einsteiger*innen besucht. Ich weiß jetzt nicht nur, dass ich nichts lasercutten darf, was PVC enthält – es sei denn, ich will mir die Lunge sauber verätzen – sondern auch, mit welchen Linienfarben ich welche Aktion auslöse und wie ich den Laser ordentlich fokussiere. Ich wüsste zusätzlich nun auch noch ein paar zu viele Dinge über CAD, *.dwg-Dateien und die Farbwahl bei Adobe Illustrator, wenn ich diese Informationen nicht umgehend nach Erhalt wieder ausgelagert und mich auf das wirklich Wichtige fokussiert hätte: Das Doing: Und am Ende des Kurses durften wir dann wirklich auch noch etwas total schönes und ultimativ personalisiertes cutten, das nun meinen Schreibtisch aufwertet. Ich wette, Ihr kommt nicht drauf, was das ist.

Da ich nun übrigens sowas wie den schwarzen Gürtel in Lasercutten habe, darf ich die Maschine ab sofort ganz alleine bedienen und all das gravieren, markieren und cutten, was mir bisher im Leben immer gefehlt hat. Und ich meine das nicht als Drohung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere