Fitnessfluch, Geldsegen & ein bisschen heiße Luft

Abo-KonMari | Vor ein paar Tagen habe ich Euch von meinem Abo-Problem erzählt und Ihr habt mir dazu nicht nur viele hilfreiche Tipps gegeben, sondern ich bekam sogar eine fix und fertige Kündigungsvorlage, die ich fortan – nur um ein paar Daten ergänzt – immer wieder zücken kann, wenn ich mal wieder etwas loswerden muss. Ihr seid toll. Dennoch sind seit meinem Klagelied wieder ein paar Tage vergangen, in denen ich mich weiterhin ärgerte, aber immer noch nichts tat. Nachdem ich dann aber heute mal wieder in mein Madame-Moneypenny-Training schaute, in dem Natascha mir ans Herz legte, mir Glasklarheit über meine Finanzen zu verschaffen, habe ich es heute dann tatsächlich getan: Adieu Bahncards! Machs gut Freelance-Map! Und aus dem Mieterverein bin ich natürlich auch ausgetreten. Wo ich schon mal gut in Schwung war, habe ich mir dann bei iTunes und Paypal gleich noch angeschaut, welche Abos ich eigentlich sonst noch so laufen habe. Da kam schon ein bisschen was zusammen. Alle Abos, die sich automatisch verlängern, habe ich nun – nach sorgfältigem Joy-Lackmustest, versteht sich – einfach radikal zum Laufzeitende gekündigt. Denn wenn ich einen Service wirklich brauche, dann kann ich ihn ja nach Ablauf des aktuellen Abos neu buchen. Danach habe ich mich mindestens so gefühlt wie jemand, dessen Unterhosen in Reih und Glied im Schrank stehen. Nun habe ich mir vorgenommen, mir die Kontoauszüge mal genauer anzusehen, ob ich noch was übersehen habe. Klassiker sind da bei mir LinkedIn, Xing oder Experteer-Mitgliedschaften oder auch Spenden für dies, das und jenes – einfach Dinge, die für sich genommen nicht weh tun, aber in Summe dann schon einen Unterschied machen.

Ih! Bäh!| Als (An)Rheinländerin wurde ich unter dem Motto „Jede Jeck is anders“ schon früh zu Toleranz sozialisiert. (Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich die Konzepte „Toleranz“ und „Ignoranz“ gar nicht mal so trennscharf finde?) Ich bin also quasi genetisch davon überzeugt, dass Jede und Jeder so leben sollen, wie es sie glücklich macht – egal was Andere darüber denken. Es gibt nur eine eine winzige Ausnahme: Das Fitnessstudio. Hier möchte ich nämlich aus augenhygienischen und nauseatischen Gründen nichts sehen müssen, was ich entweder nicht sehen möchte oder das mein Magen nicht verarbeiten kann. Dazu gehören: Menschen, die sich auf dem Ergometer so überverausgaben, dass sie vorher den Boden drum herum mit Handtüchern abdecken müssen. Oder Menschen, die sich auf jede Kraftmaschine mehr Gewicht draufpacken, als sie eigentlich zu heben in der Lage wären. Und dabei laut stöhnen und gruselige Fratzen ziehen.

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Und schließlich noch Menschen, die sich mit hochgerollten und in die Unterhose gestopften Sporthöschen stundenlang in maximal unnatürlichen Posen dehnen.

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Das ist wirklich alles sehr unappetitlich und wird auch dadurch nicht besser, dass sich alle beschriebenen Abscheulichkeiten in einem einzigen Fitnessmonster vereinen, das – egal wann ich ins Studio komme – entweder bereits da ist oder spätestens fünf Minuten später eintrifft. In Wirklichkeit wäre ich ohne diese ständige Störung schon längst fit wie Helene Fischer, aber so kann das ja nichts werden.

Langer Atem | Nachdem ich seit Mitte Dezember offiziell in der Me-Time bin, beschäftige ich mich aktuell (für meine Verhältnisse) intensiv mit meiner mentalen und körperlichen Gesundheit. Ich meditiere, mache Yoga, gehe ins Fitnessstudio und achte ein bisschen besser darauf, was ich (um das Gummizeugs herum) esse. Während mir das mit dem Essen abgesehen von der erwähnten Einschränkung wirklich gut gelingt, ist mein größtes Problem sowohl bei der Geistes- als auch bei der Leibesertüchtigung, dass ich dabei atmen soll. Und zwar keineswegs so, wie mir die Luftröhre gewachsen ist, sondern durch die Nase ein und den Mund aus, in den Bauch, mit einer Ausdehnung in alle vier Richtungen, dabei aber ruhig und unangestrengt sowie möglichst tief und fokussiert. Und das alles während ich mich zugleich körperlich und geistig verrenke, erschöpfe und mich dann noch in mir drin dabei beobachte. Als sei das alles für sich genommen nicht schon eine Herausforderung! Diese Atmerei überfordert mich total, was blöd ist, denn ich habe inzwischen (von Andy, Adriene & Christopher) gelernt, dass das Atmen der Schlüssel zu Gesundheit, Glück, Zufriedenheit, innerer Schönheit – also im Prinzip zu Allem – ist. Ist es da verwerflich, dass ich bisweilen frustriert und fertig (ein und aus) geatmet auf meiner Yogamatte sitze, während Adriene sich gefühlt minutenlang fröhlich und intensiv in alle vier Richtungen ausdehnt? Ja, das sind dann die Momente in denen ich (ver)zweifle und mir die großen Fragen des Lebens stelle. Zum Beispiel, ob meine Kurzatmigkeit Ursache oder Folge von irgendwas ist und ob man sich den langen Atem wie einen Muskel antrainieren kann.

Titelbild: Gratisography via Pexels

4 Kommentare

  1. Zum Thema „IhBäh!“ muss ich mal eine Lanze brechen: Der Mensch kann vieles beeinflussen, aber leider nicht die Schweißmenge, die er produziert. Da finde ich es sehr prima, dass der Mensch so rücksichtsvoll ist, den Boden mit Handtüchern abzudecken. Leider bin ich auch ein Vielschwitzer. Zum Training gehört für mich auch, dass ich an meine körperlichen Grenzen gehe, was die Gewichte angeht. Deshalb verziehe ich auch das Gesicht, aber ich versuche erfolgreich, mir das Grunzen zu verkneifen. Manchmal kommt aber ein Stöhnen raus.
    Ekelig finde ich allerdings Leute, die kein Handtuch unterlegen und dazu noch im „Muskelshirt“ trainieren. Das lässt sich einfach vermeiden.

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    1. Da hast natürlich völlig recht, dass das von mir gar nicht fair ist und natürlich ist es nett, dass er Handtücher auslegt. Es ist nur so, dass er es insgesamt und in Allem, was er dort tut so maßlos übertreibt, so dass er wirklich aus der Menge der Normaltrainierer heraussticht. Das darf er natürlich tun, er zahl ja dafür, dass ich mich persönlich daran störe ist aber vermutlich auch legitim. Ich tue ihm ja nichts, so wir er vermutlich auch nicht ahnt, dass er unbewusst, mir etwas tut 🙂

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      1. Wenn die oben genannten Punkte sich alle in einer Person kulminieren, dann ist das schon mehr als unschön – das ging für mich aus deinem Text nicht so richtig hervor. Einiges kann man verhindern (zum Beispiel das exzessive Stöhnen), anderes nicht.
        Ich hoffe, dass sich Ihre Trainingszeiten nicht zu oft überschneiden.

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        1. Ja, genau, alles ein und dieselbe Person. Und die Trainingszeiten waren bisher fast immer parallel. Bei mir werden sich diese aber (aus anderen Gründen) jetzt ändern, so dass ich in eine blühende Trainingszukunft blicke.

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