Gender studies rund ums Waschbecken

Gibt es eigentlich einen Fachbegriff für die Angst, keinen Parkplatz zu finden?

Öffentlich | Gestern habe ich erstmals das Experiment gewagt, mich mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg nach Garching zu machen. So richtig empfehlen kann ich mir das nicht. Ich brauchte – weil der Mann mich netterweise zum Bahnhof fuhr – von Tür zu Tür gut 75 Minuten, von denen ich – dank überfüllter U-Bahn gut die Hälfte stehend verbrachte. Wäre ich zu Fuß zur S-Bahn gelaufen, wären es 90 Minuten gewesen und um beim Park & Ride ein Plätzchen zu bekommen, müsste ich eine Abfahrzeit von sechs Uhr anpeilen. So kam ich verhältnismäßig spät und unverhältnismäßig schlecht gelaunt im Büro an. Und das dann auch noch ohne meine Thermoskanne mit Kaffee, weil ich die nicht mit mir rumschleppen wollte. Ich habe es wirklich schwer.

Privat | Leider ist es auch nicht so, dass ich weniger zu meckern hätte, wenn ich mit dem Auto fahre. Heute nämlich stand ich auf dem Heimweg schon auf den ersten zwei Kilometern so intensiv im Stau rum, dass ich mich ohne die erste Hilfe der lieben Nachbarin (Danke, S.!) hätte entscheiden müssen, ob ich mich von der Hort- oder der Kindergartenleitung für mein Zuspätkommen hätte zusammenfalten lasse. Wer rechnet aber mit über einer Stunde Fahrzeit auf der Landstraße am helllichten Nachmittag und ganz ohne erkenntlichen Grund? Es wird jedenfalls höchste Zeit, dass Lilium in Serie geht, denn ich hätte da Bedarf.

Nett working | Wenn einen der neue Arbeitgeber gleich im ersten Monat zu einer tollen Veranstaltung wie die Forum UnternehmerTUM einlädt, dann ist das – wie ich finde – ein feiner Zug. Es gab spannenende Vorträge, inspirierende Gründer, von denen leider wieder viel zu viele männlich waren und ein sehr gutes Essen. Einzig die 839 anderen Teilnehmer hätte ich jetzt nicht unbedingt gebraucht, denn ich habe es ja bekanntlich nicht so mit Menschen. Glücklicherweise haben mich die Menschenmassen nicht vom Erkenntnisgewinn abgehalten und so weiß ich seit gestern, dass ich noch 108 Jahre leben muss, um zu erleben das die Geschlechterlücke global geschlossen wird. In Deutschland muss ich zwar glücklicherweise nur noch 66 Jahre warten, aber es scheint mir dennoch höchst unwahrscheinlich, dass ich von dieser „rasanten“ Geschwindigkeit noch persönlich profitieren werde. Mein persönliches Highlight der Veranstaltung war aber, dass ich die Grande Dame des Netzwerkens, Tijen, endlich persönlich kennenlernen durfte – leider nur kurz, aber längst überfällig.

Einblicke | Auf dem Heimweg (es lebe der ÖPNV!) hatte ich das große Vergnügen illustrer Gesellschaft, denn ich durfte Ohrenzeugin eines denkwürdigen Gesprächs werden, das die beiden Protagonisten – aus Gründen der Diskretion oder der Alkoholisierung – auf Englisch führten.

https://twitter.com/Mellcolm/status/1100126314584068096

Heimweh | Jedes Jahr um die Karnevalszeit bekomme ich als rheinländische Frohnatur immer ganz böse Heimweh, über das ich mich flennend mit kölschem Liedgut hinwegtröste. Zwar werde ich im Laufe der Woche vereinzelte Aufschläge im Rheinland habe und sicher auch Gelegenheit haben, das ein oder andere Mal (klatschnass aber glücklich) beim Straßenkarneval „Kamelle“ zu rufen, aber es ist der Kneipenkarneval im Mainzer Hof oder im Wirtz im Severinsviertel, den ich in meiner neuen Heimat aufrichtig und schmerzlich vermisse. Aber irgendwann gehe ich ja in Rente und die Kinder sind aus dem Haus und dann….!

Klischees | Es stimmt übrigens nicht, dass Informatiker ausschließlich ungewaschen im Keller hocken und kalte Pizza essen. Vielmehr vertreiben sie sich den Tag mit rutschen, wie ich heute bei einem Lunchbesuch in der Fakultät der Mathematik und Informatik der TUM gelernt habe. Nicht zum ersten Mal fragte ich mich heute, warum ich eigentlich nichts Vernünftiges studiert habe.

https://www.youtube.com/watch?v=44nuOzyUjvE

Titelbild: icon0.com via Pexels

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