Ricky & sein Bier

Kein Anschluss | Wer die Bahn hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Noch heute früh beim Frühstück klärte ich meine Mutter auf, dass Umsteigen zwar generell doof sei, aber nicht in Mannheim, da der Zug am selben Bahnsteig gegenüber fahre, was Umsteigen dort zum no brainer mache. Aber natürlich hatte ich die Rechnung ohne die Bahn gemacht. Und ohne den ersten Zug, der schon mal gepflegte 13 Minuten zu spät kam und ohne den zweiten Zug, der natürlich in Mannheim nicht auf den ersten Zug warten konnte. Man fragt sich, warum die Bahn wie selbstverständlich solche Verbindungen ausspuckt, wenn die Chance, dass sie so funktionieren von Anfang an verschwindet gering ist. Also hatte ich heute das große Vergnügen, eine Stunde am Mannheimer Bahnhof abhängen zu dürfen, weil nämlich der nächste Anschluss nach München erst eine satte Stunde später kam. Als hätte ich nicht weiß Gott schon genug Zeit am Mannheimer Bahnhof verbracht in meinem Leben. Ich meine wir reden vom Mannheimer Hauptbahnhof, nicht etwa von Chicago O’Hare.

Als ich mich auf Twitter dann vorsichtig erkundigte, ob man das Fahrgastrechteformular wenigstens inzwischen online ausfüllen könne, bekam ich zur Anwort, dass das selbstverständlich funktioniert, dass ich es aber dann ausdrucken müsse, um es entweder per Post an die Bahn zu schicken oder es aber per pedes ins Reisezentrum zu tragen. Für den Scheißsturm, der danach auf Twitter entbrannte, kann ich nichts. Schmunzeln macht er mich aber dennoch:



Ricky | Am Pasinger Bahnhof lernte ich heute einen jungen amerikanischen Herrn mit einer Bierflasche in der Hand kennen. In der kurzen Zeit unserer Reisebeziehung (von Pasing bis zum Hauptbahnhof) erfuhr ich, dass er in Charlotte, North Carolia geboren wurde, einen Bachelor-, Master- und MBA-Abschluss habe, bei einem Maschinenbauunternehmen in Unterschleißheim der Chef Chef sei, in Pfaffenhofen ein Haus gekauft habe für dessen Dachbegrünung er 3.000€ im Jahr zahlen müsse, dass er beim Militär war, sich alles selbst erarbeitet habe, sechs Sprachen spreche, dass er nie lügen würde und an Deutschland am liebsten Schweinbraten und die Freiheit möge, das zu tun, was er tun möchte. Außerdem zeigte er mir ungefragt seine ID und seinen deutschen Führerschein. Und das alles nur, weil ich einmal einmal freundlich sein wollte und geantwortet habe.

By the way

Titelbild: Pixabay via Pexels

Ein Kommentar

  1. Glücklich sei der, für den am Tag noch eine weitere Verbindung zur Verfügung steht in Mannheim. Dort habe ich mal die letzte Verbindung nach Saarbrücken verpasst. Zum Glück konnte ich in der Nacht Unterschlupf bei einem Bekannten finden.

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