Schildkrötendefizit

Fast track | Ich ging heute morgen um 7:57 Uhr ins Rathaus und kam um 8:03 Uhr mit einer Meldebestätigung raus. Und jetzt frag mich bitte noch mal jemand, warum das Land- im Vergleich zum Stadtleben doch gar nicht so schlecht ist. So konnte ich die Zeit, die ich nicht wartend im KVR (Kreisverwaltungsreferat, der schlimmste Zeitfresser Münchens) verbringen musste wenigstens gepflegt und mit einem guten Hörbuch nach Garching stehen.

Schlechter Kaffee | Bei allen guten Dingen, die mit neuer Job vielleicht so mit sich bringt, gehört der Kaffee definitiv nicht dazu. Zwar gibt es qualitative Unterschiede zwischen dem Kaffee in der Küche der ersten Etage und dem aus der zweiten Etage, aber im Grunde battlen sie sich nur darum, welche von beiden ein My weniger schlecht ist. Als Kaffeefreundin ist das sehr schwierig für mich und so musste ein Hack her. In meinem Fall ist das die Thermoskanne, die ich seit zwei Monaten jeden morgen liebevoll gefüllt mit feinstem Filterkaffee ins Büro schleppe und mich dabei fühle wie ein Polier auf dem Bau. Und so habe ich nicht nur bis mittags leckeren ausreichend warmen Kaffee, sondern ich bekomme gleich ein bisschen Erdung mit dazu.

Michelle | Zwischen den Folgen von „Zeit Verbrechen“, die ich nach wie vor akustisch verschlinge, höre ich gerade „Becoming“ von Michelle Obama und ich bin aus vielen Gründen ein bisschen verliebt in das Buch. Neben der Tatsache, dass Michelle für mich ein höchst inspirierender Mensch ist, von dem ich gerne an anderer Stelle noch viel mehr sehen würde, ist das Buch auch voll mit inhaltlichen Leckerbissen (ist es süß, wie Michelle „Barry“ kennenlernte oder ist es süß?). Zudem mag ich auch sehr, wie sie an manchen Stellen das „s“ wie „sch“ ausspricht. Denn das ist einfach so unglaublich charmant.

So müde | Ich gehöre zu den – wenn ich meiner kleinen Empirie glauben darf – vielen Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden. Eigentlich müsste ich deshalb seit mehr als zehn Jahren täglich Schilddrüdenhormone einnehmen, aber ich bin da über die Jahre etwas schludrig geworden. Denn beim L-Thyroxin ist es in meiner Erfahrung so, dass ich es nicht bemerke, wenn es in ausreichender Menge da ist, sondern nur, wenn es fehlt. Sprich: Wenn ich es nehme, dann denke ich, ich könnte es ja irgendwie auch nicht nehmen, denn es macht ja eigentlich nichts. Das ist natürlich grundfalsch und das merke ich gerade jetzt mal wieder sehr deutlich, denn ich bin seit gut zwei Monaten aus Nachlässigkeit ohne unterwegs. Und nun bin ich dauernd wirklich sehr sehr müde, lustlos, hungrig, fahrig und weiß nicht so richtig. Und ich bin überrascht wie heftig diese ganzen Dinge zusammen kommen. Gerade sitze ich wieder vor dem Rechner und kann kaum die Augen offen halten. Spannend. Und ja: Ich bin quasi schon beim Arzt und lasse mir ein neues Rezept ausstellen.

(Ich schreibe das natürlich nur auf, um meine „Pausen“ hier zu rechtfertigen.)

Titelbild: Tanguy Sauvin via Pexels

2 Kommentare

  1. : Wenn ich es nehme, dann denke ich, ich könnte
    : es ja irgendwie auch nicht nehmen, denn es macht
    : ja eigentlich nichts

    Ja. ja! Meine Lieblingsfalle. (Anderes Medikament, gleicher Trugschluss)
    Aber da haben wir doch wenigstens Bewegung im Leben …

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    1. Der Mensch bescheißt sich so unglaublich gerne selbst. Ohne daraus zu lernen. *seufz*

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