Undufte & nicht chauffiert

Reisende | Und schon liegt die erste Etappe meiner allmonatlichen Kaffeefahrt ins schöne Niedersachsen schon hinter mir und ich bin sogar pünktlich und (fast) ohne Zwischenfälle in Troisdorf angekommen. Da es jedoch für mich – rein inspiratorisch – nichts Langweiligeres gibt als eine Bahnfahrt ohne Verspätung, Unterkühlung oder geschlossenes Bordbistro, war ich fast ein bisschen froh, dass sich auf den Platz mir gegenüber eine (attraktive und sehr gepflegte) Frau setze, die den Mundgeruch der Hölle ihr eigen nannte. Natürlich ist mir bewusst, dass die Dame nichts dafür kann und vielleicht sogar selbst darunter leidet, aber nach zehn Minuten musste ich trotz aller Empathie aus Selbstschutz die Flucht ergreifen. Ich bin olfaktorisch befindlich, da gibt es nichts zu beschönigen. Ich zog an den Nachbartisch und als sie mich besorgt fragte, ob ihre Musik zu laut sei, da hätte ich sie am liebsten tröstend in den Arm genommen und ihr dabei heimlich ein starkes Pferfferminz in den Rachen geschoben, stattdessen habe ich dann aber feige etwas von mehr Platz am großen Tisch gestammelt. Eine richtige schlaue Lösung für solche Situationen (außer Flucht) habe ich noch nicht gefunden. Wie macht Ihr denn das?

Willkommensgruß| Könnte sein, dass es irgendwie merkwürdig ist, wenn Dein ICE im Siegburger Bahnhof einfährt und ein Taxifahrer mit einem Schild in der Hand orientierungslos über Deinen Bahnsteig eilt, auf dem in großen Lettern V O S S steht. Also nicht „Müller“, „Meier“ oder „Schneider“, sondern V O S S. Kurz dachte ich, dass meine fürsorgliche Mutter einen Taxifahrer ihres Vertrauens geschickt hat, damit „das Kind“ (aka ich) nicht alleine mit dem Bus fahren muss. Sie fand das zwar genau so merkwürdig wie ich, war aber völlig unschuldig. Lustigerweise schien der Taxifahrer Herrn, Frau oder Familie V O S S auch nicht zu finden. Und nun frage ich mich, ob ich vielleicht nicht einfach ein bisschen halluziniert habe. Ich meine, wie wahrscheinlich ist es, dass zwei Menschen mit quasi demselben Namen am selben Tag zur selben Uhrzeit mit demselben Zug fahren und dann noch am selben Ort aussteigen?

Kabellos | Ich bin große Befürworterin von kabellosen Dingen, denn – sind wir mal ehrlich – Kabel sind die Pest. Sie sind ständig verknotet, liegen im Weg rum und wenn man sie zuhause vergisst, dann hat man ein Problem. An dieser Stelle möchte ich das Netzkabel meines ThinkPads grüßen, das vermutlich gerade in Vaterstetten chillt. Lade ich das Ding eben mit einem Handy-Netzteil aus dem Troisdorfer Familienfundus. Ist doch ÜBERHAUPT KEIN PROBLEM.

Titelbild: Skitterphoto via Pexels

Ein Kommentar

  1. Möglicherweise ist da etwas durch die Membran zwischen den Paralleluniversen gesickert. In einer anderen Zeitlinie hat Deine Mutter vermutlich ein Taxi gerufen und dabei einen Taxidienst aus unserem Universum erreicht.
    In der anderen Zeitlinie stand dann eine Melanie am Bahnhof und hat sich furchtbar aufgeregt.

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