Beef auf allen Ebenen

Nicht, dass Ihr denkt, ich würde nachlässig. Ich bin einfach dieser Abende so furchtbar beschäftig, dass ich nicht immer zum #tagebuchbloggen komme. So ist das halt bei wichtigen Menschen. Und bei mir.

Die Falle | Gestern teilte eine Freundin einen Artikel mit mir, der mich aus irgendeinem Grund wie ein Blitz traf und eine sehr spontane Idee in mir weckte. Ich fand die Idee dufte und war ganz aus dem Häuschen. Und dann machte ich, was man halt so macht, wenn man eine gute Idee hat. Ich suchte nach Bestätigung und genau da machte ich dann den entscheidenden Fehler, denn ich pitchte meine Idee bei zwei Männern, von denen ich zwar weiß, dass sie mir absolut wohlgesinnt sind, die aber letztendlich dennoch und ohne böse Absichten wie Männer funktionieren. Und so kam es, wie es kommen musste. Der Erste sagte mir, dass das, was ich da so vor mich hin spinne, so klinge, als gäbe es das schon. Der Zweite sagte mir zwar, dass das an und für sich zwar knorke sei, dass aber das Problem, dass ich zu lösen versuche, ja im Grunde ganz woanders läge. Und da mache ich aus meinem Herzen keine Mördergrube: mein Enthusiasmus ist binnen kürzester Zeit signifikant geschrumpft und ich frage mich, ob genau daran nicht schon viel vom Kern des Pudels verborgen liegt. Was meine ich damit jetzt? Also wenn ich mir die Frage stelle, warum eigentlich verhältnismäßig wenige Frauen gründen und warum es für Frauen so schwierig ist, Kapital für ihre Startup-Konzepte aufzutreiben, dann mutmaße ich, dass sie die falschen Leute um Rat (und Geld) bitten und dass ihnen diese Leute dann die falschen Ratschläge und kein Geld geben. Ich halte das mit den falschen Ratschlägen übrigens nicht für ein primär männliches Problem, doch neigen Männer tendenziell eher dazu, (auch unaufgefordert) Ratschläge abzusondern und Frauen die Welt zu erklären. Aus rein rationalen und faktenbasierten Erwägungen, versteht sich. So rational und faktenbasiert wie sie *hust* auch ihre Investmententscheidungen treffen. (Die meisten) Frauen sind in meiner Erfahrung von Haus aus empathischer, diplomatischer und vielleicht auch ein My sozial kompatibler. Ich gebe zu, dass das Eis, auf dem ich hier herumstampfe wohl eher ein Dünnes ist. Und ich will den Mann-Frau-Gedanken hier auch gleich wieder verlassen und mich einem viel spannenderen und unisexeren zuwenden. Denn ich habe eine kühne Idee: Wie wäre es denn, wenn wir, wenn jemand zu und kommt, egal ob Frau oder Mann und eine Idee hat, die diesen jemand ganz spürbar zum leuchten (oder auch nur ein kleines bisschen zum glitzern) bringt, mal über unseren rationalen Schatten sprängen und uns statt zu rationalisieren einfach bisschen mitfreuten? [Große Schachtelsatzliebe] Und vielleicht böten wir sogar an, ganz unvoreingenommen ein Stück des Weges nebenher zu laufen, damit auch unterwegs jemand da wäre, der die Erfolge mitfeiert und über die Mißerfolge hinwegtröstet. Ich glaube ja, dass viele spektakuläre Ideen sich nie materialisiert haben, weil sie vorher von irgendjemand kaputt rationalisiert wurden. Aber hey, who am I außer Einer, die beschlossen hat, sich dieses eine Mal nicht entleuchten zu lassen?

Seicht | Immer, wenn ich mal ein bisschen tiefer eintauche und das Innerste nach außen kehre, dann muss ich das mit etwas Seichtem nivellieren. Deshalb werde ich jetzt Gin Tonic trinken und „A Star is Born“ gucken. Und ich finde, dass ich mir das verdient habe.

Nachschlag | Gestern Abend war ich „mit“ Alexander Sixt auf einer Veranstaltung, bei der 90% des Publikums männlich und 95% des Essens fleischig war. Es gab außerdem viel Bier. Ihr könnt jetzt wahlweise nach Zusammenhängen suchen oder raten, was für eine Veranstaltung das wohl war. Und: Es hatte nichts mit Sport zu tun.

Titelbild: Pixabay via Pexels.

2 Kommentare

  1. Dankeschön. Gerade hinsichtlich Absatz „Die Falle” bin ich wohl auch manchmal bis oft zu männlich und übe mich nun anständig gewissenhaft in Selbstreflexion und in mehr Leuchtness. Amen.

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  2. Münchner Börsentag? 😀

    (Apropos die Falle: Nicht vor bestimmten Männern pitchen, es hilft einfach nix. Sie meinen es gut, können aber nur ABERs.)

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