Kein Kinderfasching, nie.

Weekender | Es gibt Wochenenden, die unterscheiden sich gefühlt kaum von Arbeitstagen, weil sie voll sind mit Dingen, die erledigt werden wollen, Leuten die getroffen werden wollen und Sport, der getrieben werden will. Wochenende wie die, ich ich meine, die sind schon vorbei, bevor sie überhaupt angefangen haben. Das bevorstehende Wochenende, also das, was streng genommen ja jetzt schon dran ist, weil man das mit den Wochenenden nämlich streng nehmen muss, sonst verliert man bloß wieder Zeit, das ist so eines. Gefühltes Programm bis Sonntagmittag und dann habe ich noch nicht mal faul gelenzt.

Dezidiert | Menschen in gemeinsamen Arbeitsbiotopen neigen übrigens dazu eine gemeinsame Signature-Language oder auch nur gemeinsame Signature-Worte hervorzubringen. Da, wo ich dereinst gearbeitet habe, da war man zuerst stets energisch mit dem Ende des Tages beschäftigt, um sich nach ein zwei Iterationszyklen schließlich auf der Höhe von Mumbai (oder jeder anderen beliebigen Stadt) wiederzutreffen. Die Lingo bei meinem aktuellen Arbeitgeber sieht vor, dass alles, was jeder dort tut auf jeden Fall dediziert passiert. Die Dedikation ist hier nämlich die Mutter allen Tuns und (vielleicht) fast schon ein bisschen Selbstzweck, denn es klingt so schön. Mich persönlich stellt das natürlich vor die Herausforderung, dass ich im Eifer des Gefechts und wohl wissend, wann welches Wort gebraucht werden sollte, gerne dediziert und dezidiert verwechsle und das natürlich blöd ist.

Versagt | Ich will ja nicht jammern (natürlich will ich das!), aber mit zwei Kindern in drei Einrichtungen ist es ohne persönlichen Sekretär oder Minijob kaum möglich, immer alle Kuchenback- oder Frühstückseinkaufsaufträge, Elterngespräche, Basare, Spendenläufe, Aufführungen, Verkleidungs- oder Mitbringtage, Schließzeiten, Kartoffeleinbuddel- und Ausbuddelaktionen sowie die zu all diesen Dingen zugehörigen Anmeldefristen auf dem Schirm zu behalten. Und unter uns gesagt, macht mich das WAHNSINNIG. Heute nämlich bekam ich um kurz nach 16 Uhr vom Mann die Hiobsbotschaft des Tages die da lautete:

„Faschingsfest vergessen.“

Das saß.

Mein Kind war also das Kind, das ohne Kostüm im Hort erschienen war. Das Kind, dessen Eltern ihr Kind nicht nur nicht verkleidet haben, sondern auch nichts zum Faschingsbuffet beigesteuert hatten. Es ist schrecklich. Es ist beschämend. Es ist nicht wiedergutzumachen. Und es tut mir von Herzen Leid. Und das alles nur, weil in der Einladung „Fasching“ und nicht „Karneval“ stand und ich damit komplett den Ernst der Lage unterschätzt habe. (Zu meiner Entschuldigung muss ich vorbrigen, dass beide Kinder schon längst ihre Karnevalskostüme eingetragen haben, weil wir sie nämlich am kommenden Wochenende for the real shit ins Rheinland schleppen werden.)

Kino | Bei uns stand heute Abend ein italienisches Lustspiel mit viel Käse auf dem Programm. FSK 0.

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