Äpfel und Speck

Aus irgendeinem Grund habe ich heute richtig Lust, total gaga mit Gendersternchen um mich zu werfen und dabei herzlich an Dich zu denken, liebe Doro.

Klingeling | Ich gehe übrigens nicht ans Telefon, wenn jemand anruft, dessen Nummer ich nicht kenne oder eingespeichert habe. Damit habe ich vermutlich schon Horden von wohlmeinenden Callpeoplen zur Weißglut gebracht, aber das ist ja deren Problem und nicht meines. Kaltakquise ist irgendwas mit „sch“ am Anfang – und ich weiß, wovon ich rede. Schließlich war ich selbst lange in der Callbranche. Aber nachdem ich zunächst Friseur*innen und Arzthelfer*innen ungefragt Eintrittskarten für Talkshows aufgeschwatzt habe (vornehmlich an Montagen), habe ich mich schließlich selbst in den Bankenbereich und zum Angerufenwerden wegbefördert. Das schien mir besser für mein Seelenheil zu sein und auch für das der Friseur*innen und Arzthelfer*innen.

Resteessen | Heute habe ich in meiner Inbox irgendwas gesucht und zwar nicht das, was ich suchte, aber doch etwas anderes Unterhaltsames gefunden: Ein Relikt aus alten Zeiten. Nämlich haben der Mann und ich vor Anbeginn der Zeit schon einmal ein Blog gehabt, dessen Titel nicht unbedingt auf eine vegetarische Zukunft hätte schließen lassen. Kennt noch jemand unser Blog mit Speck, in dem es übrigens nie um die Wurst ging, sondern um Technik, Gadgets, Bemerkenswertes und das übliche Allerlei? Das Titelbild des Blog mit Speck hat uns damals der liebe Claus Ast gezeichnet und genau das habe ich heute in meiner Inbox wiedergefunden.

Mülllos | Aus irgendeinem Grund, der in jedem Fall ein Guter ist, hat sich das Plastik- und Müllvermeidungsthema sehr tief in mein Gehirn gefräst. Wie damals, als ich mit dem Rauchen, dann später mit dem Fleischessen aufhörte, frage ich mich, warum ich nicht schon viel früher darauf gekommen bin, dass das mit dem vielen Müll möglicherweise gar nicht so dufte ist und das gleich aus mehreren Gründen. Während ich dann heute früh ziemlich erfreut las, dass dm aus vielen Balea-Produkten nach einer Petition nun das flüssige Mikroplastik entfernt (was natürlich kein Ende, aber immerhin ein Anfang ist), war ich heute Nachmittag beim lokalen Rossmann bass erstaunt, dass ich doch weder Shampoo-Bars, noch Zahnputztabletten oder gar Deocreme finden konnte. Da ist irgendwie noch Luft. Toll hingegen finde ich den Feldversuch der Plattform Loop, einem Zusammenschluss verschiedener Konsümgüterproduzenten, die ein möglichst barriefreies System aus vielfach wiederverwendbaren Behältern (z.B. für Produkte wie Eiscreme oder Waschmittel) austesten.

You name it |Dieser Moment, in dem ein Symptom, das Ihr schon lange in Euch spürt, das Ihr aber gar nicht richtig beschreiben, geschweige denn bezeichnen könnt, plötzlich einen Namen bekommt: FOMO. (Ist übrigens besonders ausgeprägt, wenn die andere Hälfte aller saarländischen Weinköniginnen, denen ich das natürlich von Herzen gönne, gerade in einem Flugzeug nach Austin sitzt.)

Fremder Stern | Bisweilen kommt es mir im neuen Job so vor, als sei ich auf einem fremden Stern gelandet, einem sehr belebten fremden Stern, wohlgemerkt. Das Büro, in dem ich theoretisch mit drei Kollegen, aber praktisch meistens alleine sitze, zeichnet sich durch ein hohes Maß an Laufkundschaft aus. Ständig werden Köpfe zur Tür reingesteckt, weil jemand gesucht wird, der im Zweifelsfall nicht da ist. Manchmal begibt es sich auch, dass Menschen, die ich nicht kenne, herein kommen, irgendwas von „ich bin mit dem x verabredet und setze mich schon mal hin“ murmeln, die dann im Regal vom x rumwuseln, irgendwelches Zeug zusammenstecken und sich hinter ihr Notebook klemmen – natürlich nicht ohne vorher Schuhe und Socken auszuziehen. Wie man das halt so macht, in einem Büro, in das man nicht so richtig reingehört und in dem man alleine mit einer Frau sitzt, die man nicht kennt, der man sich aber irgendwie auch nicht vorstellen möchte.

„Ganz besonders grüßen möchte ich auch meine Freunde Tim Apple, Jeff Amazon, Elon Tesla und – nicht zu vergessen – den kleinen Mark Facebook.“

Irgendein unwesentlicher Präsident eines unwesentlichen Zwergenstaates

2 Kommentare

  1. Was ist eigentlich das Gegenteil von „FOMO“? Je häufiger ich an Ereignissen ich nicht teilnehme, desto egaler werden sie mir. Mir reicht im Zweifel die Zusammenfassung in der Sekundärliteratur zu lesen.

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    1. JOMO. (Habe ich lustigerweise auch gelegentlich, aber meistens nicht währenddessen, sondern danach.)

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