Banken, Bahnen & ein bisschen Bento

Oasen | Falls Ihr dachtet, Ihr kennt bestimmt niemanden mit einem Konto in Liechtenstein, habt Ihr Euch mächtig geirrt. Ich habe eines und das ist sogar ganz legal (“oaah laaangweilig”). Ich habe vor ein paar Jahren für ein paar Jahre in Liechtenstein gearbeitet und das Unternehmen für das ich arbeitete hat – wie übrigens in Liechtenstein und der Schweiz ziemlich üblich – für mich in eine Pensionskasse eingezahlt. Und da das Geld aus der Pensionskasse natürlich für die Pension (=Rente) gedacht ist, wird es da nun auch noch gut 20 Jahre vor sich hin schmoren. Im Grunde ist das total gut so, das Dumme ist nur, dass die Zinsen seit einiger Zeit so niedrig sind, dass die Verwaltungsgebühren für das Konto den Zinsertrag jedes Jahr überschreiten. Ich vernichte also mein Geld und kann nur sehr wenig dagegen tun. Nachdem ich nun aber der Bank sagte, dass ich das eigentlich ganz schön blöd fände so, sagten die mir, dass ich mein Geld natürlich (!) auch in Fonds umschichten könne, was mir wahrscheinlich mehr Rendite bringe und mich dazu noch weniger Gebühren koste. Damit hätten die im Sinne des Servicegedankens ruhig auch früher um die Ecke kommen können. Aber sei’s drum: Als angehende Madame Moneypenny werde ich mich jetzt mal aufschlauen, welcher der drei angebotenen Fonds der Sinnvollste ist und der systematischen Kapitalvernichtung ein Ende bereiten. I’ll keep you posted.

Zuggereist | In meinem Kalender ist das kommende Wochenende wieder für eine Reise ins schöne (es ist wirklich besser als es sich anhört) Osnabrück reserviert. Da ich freitags um 10 Uhr da sein muss und Samstag nicht vor 18 Uhr fertig bin, mache ich die Reise immer in Etappen mit Zwischenstopp im Rheinland. Heute früh bin ich die erste Etappe gefahren – natürlich nicht ohne mich über die Bahn aufregen zu müssen. Nicht nur, dass der Zug (wie eigentlich immer) in geänderter Wagenreihung eingefahren war und ich in meinem Kopf erstmal alles umsortieren musste, bereits kurz nach der Abfahrt kam die nächste Hiobsbotschaft über den Äther: Technischer Defekt in der Bordgastronomie und KEIN KAFFEE BIS MANNHEIM. Wenn man morgens um die Uhrzeit im ICE hockt und eine knapp fünfstündige Fahrt vor sich hat, dann möchte man genau das nicht hören. Zumal es ein ICE der neusten Generation war, in dem so gar die Toiletten herrlich dufteten und man irgendwie nicht verstehen will, wie da schon die Küche kaputt sein kann. Glücklicherweise konnte ich mich nicht lange über den Kaffee, den ich nicht trinken konnte, aufregen, weil ich meine volle Aufmerksamkeit darauf verwenden musste, nicht zu erfrieren. Morgen (zu) früh geht es dann weiter nach Osnabrück, da fährt glücklicherweise ein IC. Die sind zwar längst nicht so fancy wie die ICEs, aber zumindest meistens kuschelig warm.

Bento | Da ich diese Kurztrips nach Osnabrück und anderswo öfter mal mache, aber leider keine Packminimalistin bin, experimentiere ich öfter mal mit dem Reisegepäck rum. Bisher hatte ich zumeist einen mittelgroßen Rollkoffer, einen Rucksack und eine Handtasche dabei. Für mich besonders im Winter und mit dicker Jacke keine ideale Konstellation. Der Rucksack ist immer viel zu schwer, die Handtasche rutscht von der Schulter und der Rollkoffer ist unhandlich. Da ist also noch Luft. Irgendwann letztes Jahr bin ich auf Indiegogo über eine Crowdfunding Kampagne für die Nomad Lane Bento Bag gestolpert. Das Konzept fand ich gut und ich habe investiert, Anfang Dezember hielt ich dann meine Tasche in den Händen und heute habe ich sie zum ersten Mal ausgeführt. Sie reiste zusammen mit meinem kleinen Rollkoffer und einer Mini-Handtasche, die ich mir umhängen kann. Schlepptechnisch war das erst mal angenehmer als das übliche Setup. Die Bento Bag ist wirklich durchdacht und halt viele kleinere und größere Fächer. Wenn ich keine Unterlagen mitschleppen müsste und mich bei der Kosmetik etwas mäßigen würde, würde sie sicher für 1-2 Nächte genügend Stauraum bieten. Allerdings ist sie vollgepackt nicht gerade ein Leichtgewicht und ohne Rollkoffer zum abstellen wäre das wohl auch wenig schulterschonend. Mit der Tasche auf dem kleinen und leichten Rollkoffer war der 15-minütige Marsch zum Bahnhof allerdings heute auch eher beschwerlich, der Koffer rollte auf Schnee und Split nicht wirklich sanft und das Gewicht der Tasche machte ihn schwer navigierbar. Das würde ich so wohl eher nicht noch mal machen. Im Zug angekommen fand ich das Setup allerdings perfekt. Der kleine Koffer passte bequem in die Ablage über mir und ich bekam ich auch selbst hochgehoben, die Bento Bag passte unter den Sitz und ich kam leicht an alles, was ich für die Fahrt brauchte (auch an den dicken Schal, ohne den ich aus Gründen nicht mehr Bahnreise). Die kleinen Umhängetasche war übrigens auch eine perfekte Wahl. Darin sind zwar nur Portemonnaie und Handy, aber viel mehr als das brauche ich auch nicht dauernd griffbereit.

Schildbürger | Wusstet Ihr eigentlich, dass der Ku-Klux-Klan in Bonn einen Reha-Klinik betreibt? Ich habe da für Euch herausgefunden.

Nachdenkliches | Heute ist mir noch etwas ganz Gruseliges passiert und ich habe lange überlegt, ob ich es teilen soll. Aber ich glaube tatsächlich, dass es wichtig ist. Ich saß in einem Restaurant und hatte gerade die Speisekarte vor mir liegen, da schickte mir ein Freund ein Foto von seinem Sohn mit einem Schneemann, dann gleich hinterher die Nachricht “RIP” und ein weinender Smiley daneben. Alles aus heiterem Himmel, ohne jede weitere Information. Ich merkte, wie mir sofort ganz anders wurde. Ich sammelte meine Sachen zusammen, rief der Bedienung zu, dass ich es mir doch anders überlegt habe und verließ das Restaurant auf der Stelle. Dann schrieb ich zurück “Waaas?” (das Handy hatte zu allem Überfluss nur noch 1% Strom) – immer noch unter Schock. Eine gefühlte Ewigkeit später kam die Antwort: “Unser Schneemann. Er hat nicht mal einen Tag gehalten.” Ich kann Euch nicht sagen, wie erleichtert ich war. Und ich weiß, dass mein Freund nicht im Traum daran gedacht hat, dass ich denken könnte, seinem Sohn sei etwas passiert. Aber ich habe für mich daraus auch etwas Wichtiges gelernt, nämlich immer daran zu denken, dass die Empfänger von Mails, Kurznachrichten oder Ähnlichem meinen Kontext wahrscheinlich nicht kennen und Nachrichten daher möglicherweise anders lesen, als ich sie gemeint habe.

Titelbild: Quang Anh Ha Nguyen via Pexels

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