Petitieren & Petitessen

„Kommen Sie wegen der Bienchen?“

Das fragte mich heute morgen um kurz nach sieben die nette Dame im Vaterstettener Rathaus. Ja, ich kam wegen der Bienchen. Und ich war heilfroh und sehr stolz auf mich, dass ich es tatsächlich noch geschafft habe, denn das Volksbegehren Artenviefalt schließt am Mittwoch seine Unterschriftenlisten. Eigentlich hatte ich ja von langer Hand geplant, den gestrigen Sonntag zum Unterschreiben zu nutzen, aber da hätte ich tatsächlich bereits zwischen neun und zwölf aus dem Haus gemusst, was sich erstaunlich schlecht mit meinem entschleunigten Wochenendmodus vereinbaren lässt. Und ich muss ja schließlich auch meine Art schützen – Bienchen hin oder her.

Im Keller | Seitdem ich festgestellt habe, dass Bayern 3 mich morgens – vor allem wegen der schlechten Comedy- latent aggressiv macht, ich aber gleichsam nicht seriös genug für B5 aktuell bin, habe ich mir angewöhnt auf den langen Autofahrten zur Arbeit wahlweise Hörbücher oder Podcasts zu hören. Während eine Zeit lang die blutrünstigen Thriller von Chris Carter auf der Playlist standen, sind es aktuell die Zeit Verbrechen, die mich nicht mehr loslassen wollen (ich kann Dir für diesen Tipp gar nicht genug danken, Andrea!). Heute habe ich mir die spannende Folge rund um die Entführung von Jan Philipp Reemtsma im Jahre 1996 angehört. Sabine Rückert zitiert dabei unter anderem aus Interviews, die sie mit Reemtsma und seinem Sohn Johann Scheerer geführt hat und auch aus den Büchern, die die beiden über den Fall geschrieben haben. Das ist ist eine sehr bewegende Geschichte und Herr Reemtsma scheint ein wirklich beeindruckender Mann zu sein. Sein Buch Im Keller habe ich mir gleich bestellt, aber auch mit dem Buch von Johann Scheerer (Wir sind dann wohl die Angehörigen), der die Entführung aus der Perspektive seines damals 13-jährigen Ichs beschreibt liebäugele ich noch.

Schlauch | Vorgestern hatte ich berichtet, dass ich mir zum ersten Mal ein festes Shampoo gekauft habe. Ich habe das inzwischen ausprobiert und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Mein Haar fühlt sich nach dem Waschen genau so gut an wie bei einem herkömmlichen Shampoo und es ist genau so gut kämmbar. Tatsächlich hatte ich bei der Gelegenheit im dm auch nach einem festen Duschgel Ausschau gehalten, aber ich wurde nicht fündig, was ich irgendwie merkwürdig, da doch so naheliegend, fand. Etwas später im Denkprozess – es muss wohl heute morgen unter der Dusche gewesen sein – kam mir die Erkenntnis: Seife, das was ich suche ist Seife. Verrückt, wie einem im Trott die einfachsten Dinge entfallen können und das, obwohl ich noch mit einem guten Stück Seife sozialisiert wurde und auf der Höhe meiner Jugend über eine höchst umfangreiche Seifensammlung (Lux nicht Lush) verfügte!

Musik | Ich beschäftige mich nicht besonders viel mit Musik als Kunstform, ich mag, was ich mag und schalte weg, was mir nicht gefällt. Über Gitarrensoli kann ich auch nichts sagen. Ich bin froh, wenn ich im Lied eine überhaupt ein Instrument heraushören kann. Hin und wieder stolpere ich aber durch Zufall über einen mir bislang unbekannten Musiker (selten über eine Musikerin), mit dem ich gleich total einverstanden bin. So passiert es mir heute mit Dermot Kennedy und seinem Lied „Lost“.

Greta | Ich muss mir bei vielen Dingen immer fort auf die Zunge beißen, damit ich mich nicht öffentlich fürchterlich aufrege und vulgäre Sprache benutze. Aber, ich verstehe überhaupt nicht, welche Relevant ein Asperger-Syndrom (das im übrigen niemanden etwas angeht) bei Greta Thunbergs Kampf für den Klimaschutz haben soll. Dieses Mädchen hat mehr Rückgrat als die meisten von uns. DAMIT sollten wir uns beschäftigen.

Abschlussgedanken | Heute habe ich kapiert, worin sich mein altes und mein neues berufliches Umfeld maßgeblich unterscheiden: In meinem alten Job hat mich offensichtlich nie jemand gegoogelt. Und dabei wäre uns so einiges erspart geblieben.

Titelbild: Tabitha Mort via Pexels

2 Kommentare

  1. Ich mag den Zeit Verbrechen podcast auch sehr. Das Buch von Johann Scheerer habe ich auch als Hörbuch gehört. Fand ich sehr gut. Ich hab’s glaub ich bei spotify gefunden.
    Liebe Grüße und danke für den interessanten Blog, Kathrin

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    1. Freue mich, dass Du mitliest. Danke für den Tipp mit dem Hörbuch – dann habe ich eine gute Option, da ich leider schon bald mit den „Verbrechen“ durch bin.

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