Friseurtratsch & Kinderklatsch

Good hair day | Ich verrate Euch jetzt etwas, das Ihr vielleicht noch nicht über mich wusstet und von dem Ihr bisher auch nicht wusstet, dass Ihr es vielleicht dringend wissen wolltet: Ich liebe es, zum Friseur oder in meinem Fall zur Friseurin zu gehen. Sehr. Da ich den freien Monat ja nutzen wollte all das zu tun, was mir gut tut und zu dem ich sonst (so gut wie) nicht komme, war ein Friseurbesuch ganz oben auf der Liste. Seit ich in München bin gehe ich zur selben Friseurin (nenne wir sie “J.”). Ein einziges Mal habe ich was anderes probiert, weil man ja open minded bleiben sollte, aber bei dem einem Mal “Fremdgehen” ist es geblieben. J. war nicht immer im gleichen Salon, aber wenn sie weiterzog, zog ich mit ihr. Ich bin bei Friseuren nicht besonders mutig, bei Frisuren aber eigentlich schon. Wenn J. etwas ausprobieren möchte, darf sie es ausprobieren – sie hat sowas wie mein Urvertrauen, was daran liegen mag, dass sie aus meiner Ecke der Welt kommt und auch “Karneval” statt “Fasching” sagt. Heute eröffnete ich nach vollzogener Bussi-Bussi-Begrüßung mit “Die Haare sind viel zu lang, das geht so nicht”, was J. mir gleich nickend bestätigte. Wir lästerten dann gemeinsam ein bisschen über meine Frisur: zu platt, zu dunkel, zu langweilig … und dann machte sie sich ans Werk. Zunächst mal ein bisschen Farbe, denn in Wirklichkeit bin ich inzwischen Straßenköter-blond, was genau so fies ist, wie es klingt. Immerhin noch nicht alter -Straßenköter-blond, so dass wir es mit der Farbe nicht übertreiben müssen. Ich habe ein bisschen (zu) viele Haare, so dass das mit der Farbe immer mindestens eine Gala, eine Glamour, eine Instyle und neuerdings ein paar Runden Wortfeud dauert. Mein persönlicher Höhepunkt ist aber nicht das Färben, sondern das Schneiden. Bei jeder Haarsträhne die auf den Boden fällt – und es sind immer so einige – könnte ich vor Freude quietschen und wir hören mit der Schnibbellei auch nur auf, weil J. und ich wissen, dass wir vernünftig sein müssen. “Ist das (etwa schon) kurz genug,” fragte ich J. heute erwartungsvoll, während ich verzückt auf den riesigen Haarhaufen am Boden schaute. “Ja, sagte sie. Das ist eine tolle Länge.” Ich glaube übrigens, dass J. das Färben (Balayage) und das Föhnen am liebsten mag; ich werde sie beim nächsten Mal fragen. Dann kann ich ihr auch gleich mal das Foto mitnehmen auf dem ich raspelkurze Haare habe und von dem ich ihr seit zehn Jahren bei jedem tête à tête erzähle.

Äpfel und Birnen | Nachdem ich zum Frisieren in die Stadt gefahren war, machte ich dort anschließend noch einen Schlendrian, der mich wie so oft zum Kaufhaus der Sinne führte. Mit mir und Ludwig Beck ist das ein bisschen so wie mit dem Scheinriesen von Jim Knopf – nur umgekehrt. Ich beginne meinen Weg zum Marienplatz damit, wunschlos glücklich zu sein und wache dann zwischen Cremes und Handtaschen, Schals und Shampoos auf und weiß gar nicht mehr, was davon ich zuerst dringend brauchen soll. Heute viel die Entscheidung auf einen Besuch an der Browbar von benefit. Es ist mir übrigens schleierhaft, warum man mit Augenbrauen irgendetwas anderes macht, als sie wachsen (as in waxing not in growing) zu lassen. Nach dem Pimpen zelebrierten die nette Kosmetikfachverkäuferin und ich dann gemeinsam unser erstes Mal, mit Apple Pay. Und ich kann sagen, wir haben beide heftigst endorphiniert. Ich lege mich fest: Das wird das nächste ganz große Ding.

Feilgeboten | Wo Geld raus geht, muss auch welches reinkommen – Ihr seht, mein Finanzcoaching macht sich schon bezahlt. Wie Ihr Euch vielleicht erinnern könnt, hatte ich vor Weihnachten versucht, mein quasi jungfräuliches iPhone 7 über wirkaufens.de zu verkaufen und war damit alles andere als happy. Ebay-Kleinanzeigen sind aber bei solchen Sachen auch keine wirklich Lösung, weil man da eigentlich nur völlig utopische Angebote von irgendwelchen Trickbetrügern bekommt, die in der Nähe von Edinburgh wohnen und “my friend” zu Dir sagen. Also habe ich (auf einen Tipp hin) ein zweites Portal ausprobiert und mein iPhone zu Rebuy geschickt. Und was soll ich sagen: Alles super gelaufen, faires Angebot bekommen, das mehr als 60 € über dem Angebot von wirkaufens lag und jetzt ist das Geld von meinem Paypal-Konto schon unterwegs aufs Konto. Das kann ich wirklich empfehlen

Gesetzlos | Seit heute bin ich ganz offiziell aus der privaten Krankenversicherung entlassen und geneigt, das mit billigem Fusel zu feiern. Ich will nicht sagen, dass die Private mir nicht auch gute Dienste geleistet hätte, aber unterm Strich ist das als (alternde) Frau keine wirklich gute Idee. Also hoch die Tassen!

Tinder light | Vor dem Tindern kommt das Play Date, dessen Bedeutung man gerade auf dem Land nicht unterschätzen sollte. Für die Eltern ist es die Grundlage der Vernetzung in der Eltern-Community, die hier draußen bedeutsamer ist als man (also wir) sich als Städter zunächst vorstellen kann. Für die Kinder ist es – neben Fußballverein oder Ballettgruppe – ein wichtiger Baustein im Aufbaue eines Freundeskreises. Networking at it’s best, wie wir Sozial-Digitalen sagen würden. Aber Play Dates passieren nicht von alleine, solange die Kinder noch klein sind, sind die Eltern hier in der Verantwortung. Und die Erkenntnis war uns bisher irgendwie ein bisschen hinten runter gefallen. Diese Woche haben wir gleich zweimal Play Dates mit Freunden organisiert und gemerkt, dass die Eltern sich sehr über die Einladung gefreut haben. Am Ende sitzen wir nämlich alle im selben Boot. Und wenn das Christkind sich die Mühe macht einen riesigen Kickertisch in unseren Keller zu schleppen, dann ist es am Ende unsere Pflicht dafür zu sorgen, dass dieser regelmäßig frische und motivierte Spieler zu Gesicht bekommt.

Mit Gummi | Für Gummizeugs würde ich übrigens jede Diät links liegen lassen. Ich hoffe, das ist kein Problem für Euch. Wie sieht es bei Euch aus – eher Team Gummi oder Team Schokolade? Oder ganz was anderes?

Blues | Bitte erinnert mich freundlich daran, dass ich etwaige (hypothetische) Kündigungen und Jobpausen nie wieder so terminiere, dass ich in einem unwirtlichen, dunklen, schneereichen und kalten Januar alleine zu Hause hocke. Januare müssen arbeitsreich sein, damit man sie nicht so sehr spürt. Ich bin da ganz bei Christian, so vong Stimmung her.

Titelbild: Nick Demou via Pexels

2 Kommentare

    1. Ich esse auch schon Beides, aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es immer Gummi.

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