Ostern, Lukas & die Erbsen

Nachweihnachten | Ich tue mich mit zunehmendem Alter immer schwerer, vor Weihnachten in Vorweihnachtsstimmung zu kommen. Während man sich auf Instagram schon in der ersten Dezemberwoche gegenseitig zum Gebäck gratuliert, zögere ich das Backen so lange hinaus, bis es den Mann packt und ich natürlich auch nicht mit leeren Händen vor die Kinder treten will. Aber selbst wenn es schon deutlich nach Plätzchen riecht, sind die Weihnachtsmotive auf den Keksdosen noch lange alles, was man großzügig unter „Deko“ packen könnte – zusammen mit dem Adventskranz, der natürlich pünktlich zum ersten Advent gehisst wird. Ab Mitte Dezember bemerkt man dann auch in unserem Zuhause so langsam, dass Weihnachten mit großen Schritten naht. Zum Heiligabend gebe ich dann noch schließlich auch endlich alles, was in meiner Macht steht und was die Weihnachtsdekokiste hergibt. In den nächsten drei Tagen brennt dann hier die Weihnachtsbeleuchtung non-stop und aus den Lautsprechern ertönen Engelschöre. Aber um Mitternacht des zweiten Weihnachtstages ist Weihnachten bei mir abrupt fertig und die feierliche Stimmung wie weggeflogen: Der Weihnachtsbaum nadelt nur noch trübsinnig vor sich hin, wird mal nach links, mal nach rechts geschoben, weil er da steht, wo sonst was anderes steht und den Kerzenbatterien geht nach und nach der Saft aus. Wäre ich nicht zu faul, den ganzen Klumpatsch abzunehmen und liebevoll in die dafür vorgesehen Kistchen zu sortieren und würde der Baum wegen der Christdemokraten nicht erst am 12. Januar abgeholt – von mir aus könnte das Ding, zusammen mit der übrigen Weihnachtsdeko, den restlichen Keksen und dem dazu gewonnenen Bauchspeck gleich am 27. wieder aus meinem Leben verschwinden. Und endlich Platz für den Osterstrauß machen.

Lukas | Seit unsere Kinder etwa sechs Monate alt waren, lesen wir ihnen jeden Abend vor dem Einschlafen eine Geschichte vor, immer abwechselnd und jedem seine eigene. Im Laufe der Jahre sind da einige Geschichten zusammen gekommen und von manchen können wir alle größere Passagen inzwischen auswendig. Wenn ich vorlese, dann lese ich am liebsten Frederick, Irgendwie anders, irgendwas vom kleinen Drachen Kokosnuss und die gesammelten Abenteuer von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer vor. Meine liebste Geschichte in diesem Sammelband ist die von dem Scheinriesen Herr Tur Tur und in dieser Geschichte steht auch einer meiner liebsten Kinderbuchsätze überhaupt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte: „Wenn man Angst hat, sieht alles viel schlimmer aus, als es in Wirklichkeit ist,“ sagt nämlich Lukas zu Jim, der sich vor Herrn Tur Tur doch sehr ängstigt. Ich finde, dass das ein Satz ist, den wir uns alle getrost merken könnten.

Miteltern | Neben Freunden und Bekannten kommen mit den Kindern auch die Miteltern. Das sind Menschen, die man im Wesentlichen deshalb kennt, weil sie auch Kinder haben. Ich habe als Mama viele Miteltern kennen- und schätzen gelernt, Menschen, die mir im normalen Leben nie begegnet wären. Einige davon haben mich ein Stück auf meiner Reise begleitet, weil ich zusammen mit ihnen im PEKiP war oder beim Babyschwimmen, weil die Kinder einander im Kindergarten mochten oder weil man zufällig zur selben Zeit den Kinderwagen durch den sonst ausgestorbenen Park schob und dann später im selben Park gemeinsam auf dem Spielplatz abhing. Gute Miteltern zeichen sich dadurch aus, dass sie grundsätzlich meistens nichts gegen Kinder haben (wobei natürlich die eigenen die Besten sind!), dass sie ziemlich viel ohne lange Erklärungen verstehen und dass man ihnen das eigene Kind auch mal kurz oder länger anvertrauen würde, ohne vor Sorge umzukommen. Das ist besonders wichtig, wenn Omas, Opas, Tanten und Onkels fern sind. Mitelternschaft beruht dabei auf Gegenseitigkeit – man hilft sich, denn man weiß ja selbst, wie es manchmal halt so ist. Oft handelt es sich vielleicht um temporäre Zweckgemeinschaften, was aber gar nicht so negativ sein muss, wie es klingt, denn in aller Regel gewinnen beide Seiten eine Menge. Und manchmal können daraus auch echte Freundschaften entstehen. Ich selbst habe die meisten Miteltern im Laufe der Jahre und durch Umzüge wieder aus den Augen verloren, aber ich denke an viele von ihnen noch lächelnd zurück und hoffe, dass es umgekehrt genau so ist.

Abendmahl | Basierend auf der irrtümlichen Annahme, dass Kicherbsen als Gemüse ganz sicher nicht besonders energiedicht sind, habe ich uns heute nach dem von Anna vor JAHREN verbloggten Rezept einen wunderbaren Kichererbsensalat zubereitet, der mir schon seit Tagen durch den Kopf ging. Lediglich den im Originalrezept verwendeten Feta musste ich mangels selbigem gegen Hüttenkäse austauschen, was aber durchaus auch sehr fein schmeckte. Der Salat bekommt zwei von zwei Daumen und einen Platz auf meiner inneren Salatshortlist. Danke Anna!

Leibesertüchtigung | Nur kurz möchte ich mich dafür loben, dass ich mich heute trotz weiterhin stabilem Muskelkater wieder ins Fitnessstudio geschleppt habe. Heute waren tatsächlich außer mir auch noch ein paar andere Sportler da, was vermutlich auch daran lag, dass ich diesmal am Nachmittag ging. Ich habe brav mein Programm geturnt und am Ende sogar noch ein ausgiebiges Kardioprogramm drangehängt. Was mich zu meiner eigentlichen Frage bringt: Seid Ihr eigentlich Studio- oder Zuhauseduscher?

Titelbild: Kyle Killam via Pexels

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